Ab in die Erde – Die Bauausführung

Die EWG verlegt jedes Jahr einige Kilometer Stromkabel unterirdisch. Teil drei unserer Serie: die Bauausführung.

An diesem Projekt sind vier Abteilungen beim zuständigen Netzbetreiber, der SWB Netz GmbH, involviert. Wir stellen sie Ihnen Schritt für Schritt vor.

Um sechs Uhr morgens knipst Jakob-Bernhard Löchert seine Schreibtischlampe an. Der Baubeauftragte der Stadtwerke Bielefeld nutzt die ersten Stunden seines Arbeitstages, um Pläne in Ruhe zu studieren, Abrechnungen zu kontrollieren und Schaltanweisungen zu schreiben. „Diese Aufgaben erfordern viel Konzentration, und frühmorgens kann ich das am besten erledigen“, erklärt Löchert. Den restlichen Tag verbringt er – genau wie seine fünf Kollegen aus der Abteilung – auf Baustellen in Werther und im Auto.
Der Baubeauftragte ist das dritte Glied in der Kette, die dafür sorgt, dass die letzten Freileitungen in Werther in der Erde verschwinden. Von den Kollegen aus der Bauplanung bekommt er die Baupläne. Die gleicht Löchert mit den Netzplänen ab: Denn die Kabel müssen in bestimmter Tiefe verlegt und Abstände zu anderen Leitungen eingehalten werden. Mit den Tiefbaufirmen stimmt er die Zeitpläne für die Baumaßnahmen ab. Schließlich ist er auch dafür verantwortlich, dass alles nach Plan läuft.

Ins Netz einbinden

Der Baubeauftragte kennt die Herausforderungen – er hat selbst schon in den Baugruben gestanden: „Ganz gleich, wie gut die Pläne sind, es gibt immer mal wieder Hindernisse, wie fremde Leitungen, die uns überraschen.“ Auch die einzelnen Schichten im Boden variieren. Mal findet man mehr Sand vor, dann wieder steinigere Ebenen. Und natürlich muss das Wetter mitspielen. Bei starkem Frost kann kein Tiefbauer arbeiten. Aufgrund seiner Erfahrung achtet Löchert auch darauf, dass in der Baugrube alle genug Platz haben, um die Kabel aus Aluminium in die vorhandenen Schutzrohre einzuziehen.
Am Ende erfolgt die Einbindung ins Stromnetz. Dafür müssen die Techniker in der nächstgelegenen Trafostation kurzfristig den Strom abschalten. Auch darum kümmert sich der Baubeauftragte selbst, indem er die notwendigen Schaltanweisungen schreibt und diese an die Netzleitstelle weitergibt. Sobald die neuen Leitungen „unter Strom“ stehen, werden die Freileitungen nach und nach vom Netz genommen. Jakob-Bernhard Löchert begleitet die Baustelle vom Aushub bis zum Verfüllen. Dazu gehört am Ende auch, alle neuen Leitungen in die Pläne einzutragen.