Elektrisch unterwegs

Die Kartbahn in Werther traut sich, etwas Neues auszuprobieren: Hier fahren nun auch E-Karts auf dem Rundkurs.

Eingefleischte Kart-Fans waren anfangs völlig perplex. Sie sollen künftig auf genau das verzichten, was ihren Lieblingssport und ihre Leidenschaft ausmacht: den Benzingeruch und das Dröhnen der Motoren. Beides gehört zum Kartsport einfach dazu. Doch auch hier gilt – einfach weitermachen wie bisher ist keine Option. Es braucht klimafreund­liche Lösungen für die Zukunft. Und die fahren seit einigen Wochen im Probebetrieb auf der Kartbahn in Werther.
„Ein E-Kart bietet ein völlig anderes Fahrgefühl“, sagt Alexander Boldirew, Betreiber der Kartbahn Werther. „Sie sind bis zu 60 Prozent schwerer als die gasbetriebenen Karts. Das hat zum Beispiel den Vorteil, dass dabei das Gewicht des Fahrers keine Rolle mehr spielt. Bei den deutlich leichteren Gas-Karts mussten wir bei Wettbewerben mit zusätzlichen Gewichten das Fahrzeug beschweren, um gleiche Bedingungen zu schaffen.“

E-Karts sind die Zukunft

Alexander Boldirew sieht in den E-Karts die Zukunft. „Auch vor unserem Sport macht die Klimadiskussion nicht halt. Und natürlich senken wir mit ihnen die Emissionen in der Halle nahezu auf null. Das ist total sinnvoll.“ Deshalb erweitert er seine Flotte mit E-Karts. Eine komplette Umstellung würde aktuell die dreifache Anzahl an Karts bedeuten. Das ist also noch Zukunftsmusik. Damit die E-Karts in Werther durch die Kurven sausen, war eine intensive Vorbereitung notwendig.
„Durch die pandemiebedingte Schließung hatten wir viel Zeit. Die haben wir genutzt und nicht nur das Konzept ausgearbeitet, sondern tatsächlich auch schon alle notwendigen Umbauten erledigt“, erklärt Boldirew. Gemeinsam mit seinem Team hat er eine E-Boxengasse gebaut. Dort werden Mitte Dezember zehn Ladesäulen installiert. Die technischen Voraussetzungen rund um die elektrischen Anlagen hat das Team selbst geschaffen. Den passenden Ökostrom liefert die EWG, die den Betreiber der Kartbahn bei der Umstellung auf die klimafreundlichen Fahrzeuge unterstützt.

Die Beschleunigung in einem E-Kart ist irre und nicht vergleichbar mit einem herkömmlichen. Unbedingt ausprobieren!

Mit Unterstützung der EWG hat Alexander Boldirew eine ganze Boxengasse für die E-Karts gebaut.

In der neuen Boxengasse werden die E-Karts geladen.

Gemeinsam haben sie die pandemie­bedingte Schließung der Kartbahn genutzt und das neue Konzept mit den E-Karts entwickelt: (v. l.) Alexander Boldirew, Arzu Kükükcicek und David Landwehr.

Die Karts auf der Fahrtstrecke haben immer Vorfahrt! Ein Schulterblick ist also ein Muss, bevor der Fahrer das Gaspedal durchdrücken kann und auf die Strecke fährt.

Kart-Fans sind begeistert

Die elektrischen Karts haben wie ihre Pendants mit Verbrennungsmotor Vor- und Nachteile: Für eine „Tankfüllung“ verstreichen zweieinhalb Stunden, da muss der Betrieb neu geplant werden. Schließlich sollen die Karts fahren und nicht stehen. Sie sind auch deutlich teurer in der Anschaffung – dafür gibt es beim Antrieb keine Verschleißkomponenten. Da Öl und Gas wegfallen, sind weniger Gefahrstoffe im Gebäude. Das reduziert gleichzeitig die Entsorgungskosten. Auch das Gewicht des Fahrers spielt keine Rolle mehr. Damit sind ausgeglichene Rennen garantiert.
Besonders praktisch: E-Karts lassen sich per Knopfdruck einstellen. Die Leistung ist frei regulierbar, ebenso Geschwindigkeit und Beschleunigung. „Das hat den Vorteil, dass ein Anfänger mit dem Fahrzeug genauso fahren kann wie ein ambitionierter Fahrer. Gleichzeitig erhöhen wir damit natürlich auch die Sicherheit auf unserer Bahn. Das finde ich eine tolle Entwicklung“, freut sich der Betreiber.
Die Sorge, dass eingefleischte Kart-Fans diesen Schritt in die Zukunft nicht mitgehen, hat sich zumindest in Werther nicht bestätigt. „Wir haben unsere Community von Anfang an einbezogen. Einige konnten die E-Karts mit uns testen und waren sofort begeistert. Eigentlich finden es alle gut, dass ihr Sport künftig auch ganz leise möglich ist. Denn beim Test ist die Variante, die ein künstliches Motorengeräusch erzeugt, krachend durchgefallen. Deshalb gibt es ein solches Modell bei uns erst gar nicht“, erklärt Boldirew. 


Indoor Kartbahn Werther

Engerstraße 55
33824 Werther
Telefon: 05203 – 88 42 88
www.kartbahn-werther.de
Öffnungszeiten:
Mittwoch und Donnerstag: 15 bis 22 Uhr
Freitag: 15 bis 23 Uhr
Samstag: 12 bis 23 Uhr
Sonntag: 10 bis 21 Uhr
Reservierungen auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten für exklusive Bahnbuchungen möglich.