Summ, summ …

Blühende Wiesen und Gärten laden Bienen zum Verweilen und Nahrungssuchen ein. Und wie steht es um die Blütenmeere in Werther?

Darf ich mich vorstellen? Ich bin eine Honigbiene, etwa elf Millimeter groß, für gewöhnlich gelb-schwarz gestreift und habe einen Giftstachel. Doch keine Angst – den setze ich nur ein, wenn mich jemand angreift. Meine Familie besteht aus etwa 55 000 Mitgliedern. Wir leben in einer dreistöckigen Behausung in der Nähe eines großen Feldes. Eines kann ich euch sagen: Wir sind ganz schön fleißig! Denn zusammen mit unseren Kollegen, den Wildbienen, bestäuben wir den größten Teil aller Nutz- und Wildpflanzen. Für ein Kilogramm Honig fliegen wir drei bis fünf Millionen Blüten an. Wir fliegen also etwa 100 000 Kilometer und sichern damit eure Vielfalt an Nahrungsmitteln.
Kollegin Wildbiene lebt im Vergleich zu uns allein und sucht sich ganz unterschiedliche Wohnräume. Ziegel, Baumstämme, Äste, hohle Pflanzenstängel, Lehm – jede Wildbienenart hat ihre eigenen Vorstellungen eines gemütlichen Heims. Einig sind sie sich darin, dass es möglichst sonnig sowie regen- und windgeschützt nahe einer Wiese gelegen sein sollte. Die Wildbiene und wir Honigbienen tragen fast alleine die Verantwortung für gute Ernten und ökologische Artenvielfalt. Wenn ihr uns allerdings nicht besser schützt, gibt es uns irgendwann nicht mehr. Den Rest könnt ihr euch jetzt sicher selbst denken …

Bienen in Werther

In Werther kümmern sich 40 Mitglieder des Imkervereins Borgholzhausen-Werther um die Bienen. Sie betreuen insgesamt rund 300 Bienenvölker – die meisten machen das als Hobby. Damit die winzigen Bienen sich wohlfühlen und auf Dauer an einem Ort bleiben, benötigen sie zahlreiche Blüten in ihrer direkten Umgebung. „In Werther sind wir gut aufgestellt. Wir leben in einer abwechslungsreichen Umgebung“, erklärt Friedhelm Quest, Vorsitzender des Imkervereins. „Wer seinen Garten bienenfreundlich gestalten möchte, setzt am besten auf blaue und gelbe Blüten. Die Farbe Rot können die Bienen nicht erkennen“, sagt Quest. „Entscheidend ist auch, dass es ungefüllte Blüten sind. Denn die Bienen brauchen den Nektar und die Pollen aus den Blüten, um zu überleben“, ergänzt Nadine Dannhaus, Umweltbeauftragte der Stadt Werther. Das trifft zum Beispiel auf Narzissen, Krokus, Lavendel, Salbei, Feld-Thymian, Rosengewächse, Malven, Hornklee, Schafgarbe und Ringelblume zu.

Auf den Spuren der Natur – so fühlt sich Imkern für Matthias Wach an.

Etwas Rauch beschäftigt die Bienen, sodass der Imker in Ruhe arbeiten kann.

„Bienen sind wichtig für unsere Umwelt und unsere Lebensmittel. Das und den angstfreien Umgang mit den Insekten versuche ich den Schülern in der Bienen-AG zu vermitteln“, sagt Matthias Wach.

Friedhelm Quest (li.) und Matthias Wach haben sich im Imkerverein Borgholzhausen kennengelernt. Die beiden verbindet die Liebe zur Natur und die Leidenschaft fürs Imkern.

„Auf den ersten Blick ist es eine gewöhnliche Holzkiste. Doch im Frühjahr fliegen dort 40.000 Bienen ein und aus, um Honig zu sammeln. Das fasziniert mich am Imkern“, sagt Friedhelm Quest, Vorsitzender des Imkervereins. Borgholzhausen

Die EWG ist sich der Bedeutung der Bienen in Werther ebenfalls bewusst. Deshalb unterstützt sie unter anderem Umweltprojekte wie die Imker-AG und schafft Blühwiesen. Im Rahmen ihres Jubiläums verlost die EWG 20 Obstbäume.

Schüler machen Honig

Der Imkerverein Borgholzhausen-Werther hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder und Jugendliche für die Bienen zu begeistern. Deshalb unterstützen sie die Bienen-AG der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule. Lehrer Matthias Wach, ebenfalls Mitglied im Imkerverein und leidenschaftlicher Hobby-Imker, leitet die AG. Den Honig, den die Schüler mit ihren Bienen herstellen, verkaufen sie und stecken das Geld wieder in die AG. Die EWG ist sich der Bedeutung der Bienen in Werther ebenfalls bewusst. Deshalb unterstützt sie die Schüler – damit es in Werther immer genug Bienen, Blüten und Nutz­­pflanzen gibt. Im Rahmen ihres Jubiläums verlost die EWG 20 Obstbäume.

Förderung für Bienenfreunde

Dr. Nadine Dannhaus, Umweltbeauftragte der Stadt Werther, sucht Bienenfreunde. Sie erhalten für die Umgestaltung des Vorgartens eine Förderung.

Wer seinen Garten oder Balkon bienenfreundlich gestalten möchte, kann dies mit einfachen Mitteln tun. Die meisten Hersteller geben auf Samentüten einen Hinweis, wenn der Inhalt bienenfreundliche Blumen enthält. Wichtig ist, die Pflanzenauswahl so zu gestalten, dass möglichst von Frühjahr bis Herbst immer etwas blüht. „Auf die Größe kommt es nicht an. Auch ein kleiner Balkon mit wenigen Blumen und Küchenkräutern kann zum Erhalt der Bienen beitragen“, weiß Nadine Dannhaus.
Seit Jahren wächst in Werther die Zahl blühender Flächen. Die Stadt sucht diese sowie Blumen und Pflanzen aus. Aktuell kommt ein Förderprogramm für mehr blühende Vorgärten in Werther hinzu. „Wir unterstützen bis zu 80 Prozent der Kosten, maximal gibt es 500 Euro“, erklärt Dannhaus. Ob man sich für Samen oder kleine Staudenpflanzen entscheidet, das spielt für die Förderung keine Rolle. „Bienenfreundlich müssen sie sein, und wir möchten gern ein Foto vom Urzustand sowie eines von der anschließenden Umgestaltung sehen.“ Die Vorgärten haben sich die Mitarbeiter des Fachbereichs Umwelt absichtlich ausgeguckt. Schließlich sollen auch alle Wertheraner*innen etwas davon haben. Und der Blick auf einen bienenfreundlichen Vorgarten lädt hoffentlich zur Nachahmung ein.


Bienenpaket zu gewinnen

Wir verlosen unter allen Newsletter-Abonnenten im Juni zwei Bienenpakete mit je einem „Sponsorenhonig“ der Bienen-AG und einer Packung Seedbombs für einen bienenfreundlichen Balkon oder Garten. Anmeldung hier!


Kontakt

Alle Infos zum Imkerverein und der Bienen-AG unter:
Imkerverein Borgholzhausen-Werther
Bienen-AG der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule