Vom Feld auf den Teller

Reibekuchen, Rosmarinkartoffeln, Pommes – Familie Pahmeyer hat sich auf Kartoffelprodukte spezialisiert. Ihr Anspruch: es schmeckt fast wie selbst gemacht.

Aus einem kleinen Setzling wächst über Wochen eine Pflanze. Doch viel entscheidender als das, was man über der Erde sieht, ist das, was sich unten im Boden abspielt. Geschützt in der Dunkelheit, umgeben von einem lockeren Boden, der gut gefeuchtet ist, wachsen die Kartoffeln. Sie sind die Basis für den Familienbetrieb Pahmeyer, der „ultrafrische Produkte“ produziert, die fast wie selbst gekocht schmecken sollen: Reibekuchen, Kartoffelauflauf, frische Pommes, Rosmarinkartoffeln, Rösti-Taler – eben alles, was man aus der Kartoffel herstellen kann. Und das alles ohne Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe. Zu kaufen im Supermarkt, im Frischeregal.

Vom klassischen Betrieb zur Manufaktur

Uwe Pahmeyer ist auf dem Hof in Werther groß geworden. Seit 1900 ist dieser im Familienbesitz, ursprünglich ein klassischer landwirtschaftlicher Betrieb mit Ackerbau und Viehzucht. Uwe Pahmeyer baute ihn mit seiner Frau Marion 2008 komplett um. Eine Kartoffelmanufaktur entstand. Heute verarbeiten 200 Mitarbeiter im Drei-Schicht-Betrieb pro Jahr rund 25.000 Tonnen Kartoffeln. Davon stammen 80 Prozent von selbst bewirtschafteten Flächen der Familie, und die restlichen 20 Prozent bekommen sie von Partnern, die sie sich sehr genau ausgesucht haben. Der Familienbetrieb Pahmeyer ist in Werther auch der zweitgrößte Arbeitgeber.

„Wir schenken Zeit“

„Kartoffeln gehören zu unserer Familie. Die hat schon mein Großvater angebaut und vermarktet. Zu seiner Zeit dienten Wochenmärkte noch der Versorgung“, erzählt Uwe Pahmeyer. Der Großvater belieferte auch Krankenhäuser und Altenheime, die die Pahmeyer’schen Kartoffeln selbst zubereiteten. Die Zeiten haben sich geändert. Heute gibt es viele Single-Haushalte, die gern fertige Produkte einkaufen, dabei aber auf Qualität und Frische achten. Krankenhäuser setzen ebenfalls auf halbfertige oder fertige Zutaten, die sich schneller und mit weniger Personal verarbeiten lassen. Der Aufwand, der hinter einem solchen Erzeugnis steht, hat sich verlagert. „Den übernehmen jetzt wir und schenken unseren Kundinnen und Kunden damit etwas sehr Wichtiges, nämlich Zeit“, ergänzt Marion Pahmeyer.

Uwe und Max Pahmeyer: „Die Kartoffel ist unsere Basis.“

Die Produktion läuft schon mit automatisierter Unterstützung. Ohne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sorgfältig auf die Qualität achten, geht es nicht. Die ist Familie Pahmeyer besonders wichtig.

Sohn Max ist verantwortlich für die Nachhaltigkeit: „Für unsere Produktion benötigen wir viel Energie. Hinzu kommen Verpackungen und Etiketten. Unser Anliegen ist es, alle Umweltauswirkungen unseres Handelns zu untersuchen und darauf zu reagieren.“

In der eigenen Biogasanlage verarbeitet Familie Pahmeyer Reststoffe aus ihrer Produktion und der von Nachbarbetrieben.

Marion, Max und Uwe Pahmeyer legen besonderen Wert auf Qualität, Frische und Nachhaltigkeit.

Mitarbeitende sichern die Qualität

In der Manufaktur in Werther laufen zahlreiche Arbeitsschritte automatisiert ab. „Alles können und wollen wir nicht automatisieren. Denn unsere Basis, die Kartoffel, lebt und verändert sich. Je nach Ernte und -zeitpunkt ist ihr Reifegrad unterschiedlich. Ohne unsere Mannschaft könnten wir die gleichmäßige Qualität nicht gewährleisten“, sagen die Pahmeyers. Von der Sortier- über die Schälanlage bis hin zu den Koch- und Verpackungsstationen – überall überwachen Mitarbeitende die Qualität.
Da die Pahmeyers nicht nur den Einzelhandel, sondern auch den Großhandel beliefern, muss sich die Produktion jeden Tag auf unterschiedliche Mengen einstellen. Los geht es erst nach Eingang der Bestellung. „Unser Anspruch ist, möglichst schnell zu produzieren, damit unsere Kundinnen und Kunden von der Haltbarkeit profitieren. Die liegt je nach Erzeugnis zwischen zehn und 14 Tagen“, sagt Pahmeyer.

Ziel erreicht: „Wir sind klimaneutral“

Seit einiger Zeit ist auch die inzwischen sechste Generation mit im Familienbetrieb. Sohn Max ist verantwortlich für die Nachhaltigkeit. „Für unsere Produktion benötigen wir viel Energie. Hinzu kommen Verpackungen und Etiketten. Unser Anliegen ist es, alle Umweltauswirkungen unseres Handelns zu untersuchen und darauf zu reagieren“, erklärt der 21-Jährige. Aufgrund seines Engagements arbeitet das Unternehmen seit diesem Jahr klimaneutral. „Wir haben zum Beispiel die Verpackungen umgestellt: Sie sind zu 100 Prozent recyclingfähig. Unsere Kühlung funktioniert nicht mehr mit Flüssigstickstoff, sondern jetzt elektrisch mit CO2. Den Strom für unsere Produktion und Verwaltung liefert seit 19 Jahren unsere eigene Biogasanlage. Wenn wir mehr benötigen, kaufen wir bei der EWG Ökostrom ein und werden immer top beraten. Unsere PV-Anlage speist jedes Jahr viel Ökostrom ins Netz und sorgt für einen besseren Strommix in Werther. Und wir unterstützen Aufforstungs- und Waldprojekte in Uruguay und Brasilien. Damit gleichen wir unsere Emissionen aus.“


Kontakt

Kartoffelmanufaktur
Pahmeyer GmbH & Co. KG
Rotenhagener Straße 47
33824 Werther
Telefon: 05203 91707-0
Mehr Infos unter: www.pahmeyer.com


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