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Über 100 Flüchtlinge leben derzeit in Werther. Die Wertheraner, allen voran die Helfer der Ökumenischen Flüchtlingsinitiative (OEFI), heißen sie willkommen.

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Energie-Tipp

1.500 Euro erhält die OEFI aus dem Jubiläums-Spendentopf der Elektrizitätsversorgung Werther (EWG). Das geplante Projekt, das damit finanziert werden soll: Ein Fahrradunterstand an den Flüchtlingsunterkünften in der Weststraße, kombiniert mit einem offenen Gartenhaus – zusammen wird eine Kommunikationswerkstatt daraus. Die Baugenehmigung ist inzwischen da, die Arbeit am Unterstand kann beginnen.

Mobile Werkstatt

Doch noch dringender als einen Fahrradunterstand benötigen die Flüchtlinge zunächst einmal: Fahrräder. Denn das Fahrrad ist für die meisten das wichtigste Verkehrsmittel – sei es, um in die Stadt Werther zu fahren oder zum Transport von Einkäufen. Die OEFI hat sich darum gekümmert. Viele Räder wurden bereits gespendet. Ende August kam die Bielefelder Recyclingbörse in der Weststraße vorbei mit ihrer mobilen Fahrradwerkstatt. Aufgabe: Räder, die bei der städtischen Fundsachen-Versteigerung keinen Käufer gefunden hatten, reparieren und fahrtüchtig machen. Gesagt, getan – mit Unterstützung einiger Flüchtlinge machte sich Henning Schwer von der Recyclingbörse an die Arbeit. Werner Glenewinkel von der OEFI ist hoch zufrieden: „So einen Start für unser Projekt einer Fahrrad-Kommunikationswerkstatt hätten wir uns allenfalls erträumt, aber nicht für möglich gehalten – zumal es an dem Tag durchgehend geregnet hat. Aber Henning Schwer brachte mit seinem fröhlichen Schwung und seiner freundlich-zugewandten Art eine so muntere Arbeitsatmosphäre mit, dass selbst der Dauerregen der Stimmung keinen Abbruch tat.“ Viele fleißige Hände packten mit an – das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Wir haben jetzt einige fahrbereite Räder mehr.“

Heimische Lärche

In wenigen Tagen beginnt auch die Arbeit an dem Unterstand. Hagen Franke, Zimmermeister aus Versmold, übernimmt die fachliche Begleitung – natürlich ehrenamtlich. Bei der mobilen Fahrradwerkstatt meldete sich spontan ein knappes Dutzend Flüchtlinge, die beim Bau mithelfen wollen. „Wir fangen jetzt erst mal mit drei oder vier Helfern an und schauen, wie das funktioniert“, erklärt Hagen Franke. Der erste Arbeitsschritt ist der Holz-Zuschnitt. Das Material wurde mit den Mitteln aus der EWG-Jubiläumsspende angeschafft. „Wir verwenden langlebiges, heimisches Lärchenholz“, so der Zimmermann. „Im naturbelassenen Zustand ist es pflegeleicht. Es wird von innen gehobelt und von außen gebürstet, wodurch es im Laufe der Zeit eine eigene, silbergraue Patina annimmt.“ Die einfache, solide Konstruktion entsteht dann vor Ort in der Weststraße ebenfalls gemeinsam mit den Flüchtlingen. „Bis zum Winter dürften wir fertig sein“, meint Hagen Franke, und Werner Glenewinkel von der OEFI ergänzt: „Wir wären gerne schon im Sommer fertig gewesen. Aber vor allem geht es in diesem Projekt um den Prozess des gemeinsamen Arbeitens, um die soziale Interaktion miteinander und darum, den Menschen mit einer sinnvollen Aufgabe eine Struktur zu bieten.“

Wer die Ökumenische Flüchtlingsinititative (OEFI) unterstützen will, wendet sich an das Evangelische Gemeindebüro, Ellen Oberrath oder Silke Beier, Telefon 05203 296970.