Das kostet die Energiewende

Trotz steigender Umlagen und Netzentgelte bleibt der Preis für Stromkunden 2017 stabil.

Die Energiewende kommt rasch voran. Der Anteil erneuerbarer Energien am insgesamt verbrauchten Strom in Deutschland liegt bereits deutlich über 30 Prozent.

Erfolg mit Folgen

Die Kehrseite des Erfolgs: Auch die Kosten für diese epochale Umstellung auf saubere Energie steigen – und die Stromkunden zahlen über ihre Stromrechnung dafür mit. 2017 wird die wichtigste Umlage zur Finanzierung erneuerbarer Energien, die EEG-Umlage, erneut steigen, diesmal um über 8 Prozent: von bisher 6,35 Cent um 0,53 Cent auf dann 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Damit nicht genug: Auch die Entgelte für die Nutzung der Stromnetze legen zu.

Neue Netze belasten den Strompreis

Damit die vor und an der Küste erzeugte Windenergie in die süddeutschen Ballungszentren gelangt, müssen neue Stromautobahnen gebaut werden. Das ist besonders teuer, weil die Kabel weitgehend unterirdisch verlaufen sollen, um die Anwohner und das Landschaftsbild zu schonen. Der aktuelle Anstieg der Netzentgelte zwischen 5 und 80 Prozent hat aber eine andere Ursache: Die Übertragungsnetzbetreiber begründen die Erhöhung mit enormen Kosten für netzstabilisierende Maßnahmen. Auch für die Entlastung stromintensiver Unternehmen von den Netzentgelten müssen alle anderen Stromkunden geradestehen: Am 1. Januar 2017 steigt die dafür erhobene §?19-Umlage von 0,378 Cent auf 0,388 Cent pro Kilowattstunde.

Energie-Tipp/

Energie-Tipp

Es gibt auch Entlastungen

Zunächst zur KWK-Umlage: Sie sinkt entgegen dem sonstigen Trend im kommenden Jahr von 0,463 Cent auf 0,438 Cent pro Kilowattstunde. Mit ihr wird der Ausbau hocheffizienter Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung gefördert, ein weiterer Eckpfeiler der Energiewende.

Eine wesentlich größere Entlastung schaffen die Stadtwerke vor Ort. Durch geschickten Energieeinkauf an der Strombörse und interne Prozessoptimierung gelingt es ihnen, die steigenden staatlich veranlassten Kostenbelastungen abzufedern. Dabei kommt ihnen zugute, dass wegen des höheren Angebots erneuerbar erzeugter Energien die Strompreise an der Börse gesunken sind. Ob es allerdings auf Dauer gelingt, trotz steigender Kosten der Energiewende die Strompreise stabil zu halten, bleibt abzuwarten.