Bestes Trinkwasser

Unser Leitungswasser ist erstklassig. Trotzdem können Berichte über Nitrat, Blei oder Arzneirückstände verunsichern. Was stimmt, was nicht?

Muss ich mir Sorgen wegen Nitrat machen?

Auf Wiesen und Feldern wird zu viel Mineraldünger und Gülle verteilt. Dadurch steigt der Nitratgehalt und belastet das Grundwasser. Verbraucher zweifeln: Ist es dann noch ratsam, Leitungswasser zu trinken? Die Antwort lautet: Ja. Die Wasserversorger bereiten das Wasser sorgfältig auf. Sie filtern, klären, reinigen es und beseitigen neben Nitrat auch Medikamentenrückstände und Bakterien. Die wenigen Reste, die im Wasser verbleiben, sind gesundheitlich unbedenklich. Die Qualität wird zudem regelmäßig geprüft: Trinkwasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel Deutschlands.

Verunreinigen Bleirohre das Wasser?

Vor allem Schwangere, Säuglinge und Kinder bis sechs Jahren sollten kein bleibelastetes Wasser konsumieren. Es gefährdet ihre Gesundheit. Bei zu hohen Bleiwerten sind Hausbesitzer gesetzlich verpflichtet, die Rohre auszutauschen. Allerdings sind Bleirohre kaum noch ein Problem, da sie höchstens in vor 1973 gebauten Häusern verbaut sein können. Sie sind sich nicht sicher, ob Sie Bleirohre im Haus haben? Drei Möglichkeiten, es herauszufinden. Für Macher: Kontrollieren Sie sichtbare Leitungen. Bleirohre sind im Vergleich zu Kupfer- oder Stahlleitungen weich. Sie lassen sich mit einem Messer leicht abschaben und erscheinen silbergrau. Für Frager: Erkundigen Sie sich beim Vermieter oder Hausverwalter nach dem Material. Für Forscher: Lassen Sie von einem anerkannten Prüflabor eine Probe analysieren. Kosten: 50 bis 100 Euro.

Ist Kalk ein Problem?

Gerade poliert – und schon verzieren weiße Ränder den Wasserhahn. Kalkablagerungen sehen zwar blöd aus, schaden aber nicht der Gesundheit. Im Gegenteil: Kalkhaltiges Wasser ist besonders mineralstoffreich. Magnesium fördert den Stoffwechsel, Kalzium den Aufbau von Zähnen und Knochen. Die überschüssigen Mineralien scheidet der Körper aus. Menschen können also nicht „verkalken“ – ihre Haushaltsgeräte aber schon. Erkundigen Sie sich deshalb bei Ihrem Wasserversorger nach dem Härtegrad Ihres Wassers: hart, mittel oder weich? So können Sie Geschirrspüler und Waschmaschine aufs Wasser einstellen und das Waschmittel richtig dosieren. Ablagerungen entfernen Sie am besten mit Essig und Zitronensäure – schon glänzt es wieder.

Können Arzneimittel das Trinkwasser belasten?

In Deutschland werden jährlich schätzungsweise 30 000 Tonnen Arzneimittel gekauft. Nach getaner Arbeit scheidet sie unser Körper wieder aus. Aber auch ungenutzte Tabletten oder flüssige Medikamente belasten das Abwasser, wenn sie falsch entsorgt werden. Selbst mit aufwendigen Reinigungsverfahren im Klärwerk können solche Arzneimittelrückstände nicht hundertprozentig herausgefiltert werden. Im Trinkwasser lassen sich daher vereinzelt Spuren nachweisen. Eine Gefahr für die Gesundheit gehe davon aber nicht aus, erklärt das Umweltbundesamt. Gleichwohl kann jeder einen Beitrag leisten, um die Rückstände niedrig zu haltenu und auch das Grundwasser zu schützen: Indem er Medikamente nicht in Abfluss oder Spüle kippt, sondern sie bei Apotheken oder Recyclinghöfen abgibt.

Was ist besser: Mineral- oder Leitungswasser?

Die Antwort lautet ganz klar: Leitungswasser! Es ist gesund und lecker und wird strenger kontrolliert als Mineralwasser – günstiger ist es außerdem. Der Durstlöscher kommt frei Haus aus dem Hahn: Sie müssen keine Kisten schleppen. Zudem benötigt Leitungswasser keine Verpackung. Das ist gut für die Umwelt und fürs Wasser.