Abstimmung über Glyphosat-Zulassung

Krebserregend oder nicht? Die Europäische Union entscheidet über die weitere Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat.

Darf Glyphosat in Europa weiter als Unkrautvernichter eingesetzt werden? Über diese Frage tagt derzeit das EU-Fachgremium Ständiger Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel. Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid, allein in Deutschland werden jährlich rund 5.000 Tonnen verbraucht. Glyphosat wirkt gegen alle Unkräuter und Nutzpflanzen und bis in die Wurzeln. Das schafft kein anderes Unkrautvernichtungsmittel. Das Problem: Es steht im Verdacht, krebserregend zu sein.

Unklare Studienlage

Berichte zweier UN-Organisationen sehen keine Belege für die Schädlichkeit des Unkrautvernichters. Die mit der WHO verbundenen Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) hingegen hatte Glyphosat im März 2015 als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Umweltschützer warnen schon lange davor, dass das Herbizid Mensch und Umwelt schadet und die Lebensgrundlage einiger Tierarten zerstört.

Patt-Situation?

Die EU-Kommission schlägt nun vor, Glyphosat neun weitere Jahre zu genehmigen. Da die große Koalition keine gemeinsame Haltung findet, wird sich die Bundesregierung wohl enthalten. Dass sich genug EU-Staaten für ein Verbot aussprechen, gilt als unwahrscheinlich. Kommt auch die erforderliche Mehrheit für eine Verlängerung der Zulassung nicht zusammen, würde die Entscheidung noch einmal vertagt werden.