Bundestag kippt Verbot der Nachtspeicheröfen

Nachtspeicheröfen dürfen weiter laufen. Das Parlament kippte ein geplantes Verbot. Die Öfen sollen fortan als Speicher für Ökostrom dienen. Umweltschützer sind empört.

Nachtspeicheröfen, die nachts günstigen Strom in Wärme umwandeln und diese speichern, dürfen auch nach 2019 betrieben werden. Das beschloss der Bundestag im Mai 2013. Ursprünglich hatte die Vorgängerregierung aus Union und SPD beschlossen, die als Stromfresser geltenden Geräte zu verbieten.

Verbot war beschlossene Sache

Nachtspeicheröfen setzten sich massenhaft durch, weil sie in der Lage waren, günstigen Nachtstrom in Wärme umzuwandeln, die sie tagsüber zum Heizen abgeben können. Doch die Geräte haben einen niedrigen Wirkungsgrad und liefen bisher mit klimaschädlichem, konventionellem Strom. Daher sollten sie im Zuge der Energiewende ausgemustert werden. Das beschloss noch die Große Koalition.

Die Lösung des Speicherproblems?

Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien fällt günstiger, sauberer Strom an – auch nachts, wenn wenig Energie abgenommen wird. Nachtspeicher sollen nach dem Willen der schwarz-gelben Koalition nun das Speicherproblem lösen helfen. Denn der nachts produzierte Strom muss irgendwo hin, wenn er nicht verbraucht wird.

Greenpeace enttäuscht

Greenpeace zeigte sich sehr unzufrieden mit der Entscheidung und bezeichnete sie als „Farce“. Wer noch eine traurige Pointe in der verfehlten Klimapolitik von Bundesumweltminister Peter Altmaier sucht, findet sie heute, zitierte Spiegel Online den Energieexperte von Greenpeace, Andre Böhling. Die ineffizienten Nachtspeicher seien eine „Dinosauriertechnik“, die nicht zu einer fortschrittlichen Energiewende passe.