EEG-Umlage steigt auf 6,24 Cent

Nächstes Jahr steigt die staatliche Umlage um fast einen Cent auf 6,24 Cent je Kilowattstunde. Ein Zubau an Anlagen wird prognostiziert – das ist aber nicht der Hauptgrund für die Erhöhung.

Auch 2014 wird die staatliche EEG-Umlage steigen: um fast einen Cent auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde. Die Umlagehöhe soll ab Januar nächsten Jahres gelten und um fast ein Fünftel steigen, wie aus einer Pressemeldung der TransnetBW hervorgeht. Dadurch kommen Mehrkosten von bis zu 45 Euro in einem durchschnittlichen 4-Personenhaushalt und bis zu 20 Euro in einem Single-Haushalt auf die Stromabnehmer zu. Fast alle privaten Verbraucher müssen die Umlage zahlen.

VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck kritisiert dazu: Wenn am jetzigen Fördersystem nicht schnell etwas geändert wird, werden die Kosten ungebremst weiter steigen. Und die Verbraucher zahlen die Zeche.Hingegen sind viele private Strom-Selbsterzeuger und rund 2400 Betriebe weitestgehend von der Umlage befreit. Die Debatte um die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) dürfte durch den Anstieg der Umlage erneut an Fahrt gewinnen.

Regenerative Energie weiter auf dem Vormarsch

Für das Jahr 2014 wird eine weiter ansteigende Erzeugung elektrischer Energie aus regenerativen Anlagen erwartet. Der Anstieg von rund 135 Terawattstunden (TWh) in 2013 auf knapp 150 TWh in 2014 spiegelt sich hauptsächlich in den Energieträgern Wind und Photovoltaik wider. Abzüglich der Börsenerlöse ergeben sich für das Jahr 2014 voraussichtliche Kosten in Höhe von ca. 19,1 Milliarden Euro, was in der EEG-Umlage 2014 einem Anteil von ca. 5,0 Cent/kWh entspricht.

Lediglich 15% des Anstiegs der Umlage geht aber auf den Bau neuer Ökostrom-Anlagen zurück, erklärt Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE). „Die EEG-Umlage ist also schon lange kein Preisschild mehr für den Ausbau der Erneuerbaren Energien“, sagt Falk. Jeweils ein Drittel der Steigerung geht auf den gefallenen Börsenpreis und die Befreiung vieler Unternehmen zurück.

Rücklagen nötig wegen Wetterschwankungen

Ein weiterer Kostenbestandteil der Öko-Abgabe resultiert aus den natürlich auftretenden Abweichungen zwischen der Prognose und der tatsächlichen Einspeisung der Erneuerbaren. So führen beispielsweise besonders sonnenreiche Jahre zu einer höheren Vergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen, als im Durchschnitt zu erwarten wäre. Mit dem weiteren Zubau an erneuerbaren Energien nehmen diese Abweichungen zu. Um die daraus resultierenden Schwankungen auf dem EEG-Konto und deren Auswirkungen auf die Umlage abzufedern, ist vom Gesetzgeber eine sogenannte Liquiditätsreserve vorgesehen, die 2014 rund 0,5 Cent/kWh beträgt.