Elektromobiles Fiasko

Das von der Bundesregierung erklärte Ziel von einer Million Elektrofahrzeugen bis 2020 scheint utopisch.

Die Bundesregierung antwortet mit desillusionierenden Zahlen auf eine Anfrage der Grünen: Anfang des Jahres waren nur knapp 76.000 Elektrofahrzeuge zugelassen, angestrebt werden eine Million im Jahr 2020.

0,1 Prozent der Pkw sind Elektroautos

Die Aussage der Bundesregierung zeigt, dass sich Realität und Ziele hinsichtlich der Elektromobilität in Deutschland kaum miteinander vereinbaren lassen. Die Zahlen stützen sich auf eine Statistik des Kraftfahrtbundesamtes: Zu Jahresbeginn waren 75.987 Elektrofahrzeuge zugelassen, davon 53.861 Elektro-Pkw. Diesen stehen über 46 Millionen Verbrenner gegenüber. Auch von 2,5 Millionen leichten Nutzfahrzeugen waren lediglich 11.399 Elektrolaster, von circa 50.000 zugelassenen Taxen nur 39 elektrobetrieben. Neben den gängigen rund 80.000 Omnibussen gab es 183 Elektrobusse.

Ziel auf 2022 verschieben?

Die Bundesregierung erwähnt zwar die Zahl „eine Million“ in ihrer Antwort nicht mehr, formuliert jedoch: „Ziel der Bundesregierung ist es, zügig möglichst viele Elektroautos auf die Straße zu bringen. Vor diesem Hintergrund ist das Ziel 2020 als politische Richtgröße nach wie vor gültig.“ Das Ziel von einer Million Elektrofahrzeugen noch zu erreichen, hieße einen Anstieg um etwa das 13-fache der 76.000 Fahrzeuge Anfang 2018. Die Nationale Plattform Elektromobilität, Berater der Bundesregierung, will deshalb den Plan um zwei Jahre verschieben. Experten fürchten jedoch, dass auch bis 2022 eine Million E-Fahrzeuge auf deutschen Straßen nicht möglich sein werden.