Erdgastanken wieder möglich

Nach dem Tank-Unfall eines VW-Touran hatten mehrere Tankstellenunternehmen die Gas-Zapfsäulen geschlossen. Jetzt öffnen sie wieder.

Die Situation an den Erdgastankstellen entspannt sich. Aral, Shell und Esso empfehlen den Tankstellenbetreibern mittlerweile, die Erdgas-Betankung wieder frei zu geben, allerdings unter Einschränkungen. Diese gelten noch für die VW-Modelle Touran, Passat und Caddy. Alle anderen können wieder Erdgas tanken.

Selektiv freigeschaltet

Damit bahnt sich eine Klärung einer tagelang unübersichtlichen Situation an. In den vergangenen Tagen war rund die Hälfte aller 900 Erdgastankstellen in Deutschland geschlossen. Grund dafür war ein Unfall, bei dem der Tankbehälter eines VW Touran beim Betanken an einer Aral-Station geborsten war. Dabei wurden das Auto stark beschädigt und der Fahrer verletzt. Aral und andere Mineralölunternehmen hatten daraufhin Betreibern und Pächtern empfohlen, kein Erdgas mehr zu verkaufen, bis die Ursachen für den Unfall geklärt und ein sicherer Betrieb der Tankstellen gewährleistet sei.

Bei Aral und Shell gilt nun: Die Erdgas-Zapfsäulen sind über das Kassensystem gesperrt und werden bei jedem Tankvorgang einzeln freigeschaltet. So wollen die Betreiber sicherstellen, dass die genannten VW-Modelle von der Betankung ausgeschlossen sind.

Überzogene Reaktion

Branchenverbände und Gasversorger kritisierten die Haltung der Mineralölkonzerne. Bislang seien keine Vorfälle bekannt, die aus technischen Fehlern von Erdgastankstellen herrührten. Aral habe mit seiner Empfehlung überreagiert, so der Vorwurf. Die Ursache für den Unfall liege ganz klar auf der Autoseite. Für den VW Touran habe eine Rückrufaktion des Herstellers und ein in diesem Zuge ausgesprochenes Tankverbot für Erdgas gegolten, argumentiert die Initiative Zukunft Erdgas.