Nachhaltigkeit und Einzelhandel passen (noch) nicht zusammen

90 Prozent der unverkauften Lebensmittel werden weggeworfen und 3,2 Milliarden Einwegplastiktüten für Obst und Gemüse eingesetzt.

In Deutschland sieht es in puncto Nachhaltigkeit in Supermärkten noch mau aus: Es werden viel zu viele Lebensmittel weggeworfen oder in Einwegplastikbeutel verpackt.

11,5 Millionen Mahlzeiten pro Tag landen in der Tonne

Neue Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und foodsharing zeigen: 90 Prozent der unverkauften Lebensmittel aus Supermärkten landen im Müll. Das macht umgerechnet rund 11,5 Millionen Mahlzeiten pro Tag. „Noch genießbare, wertvolle Lebensmittel wegzuschmeißen ist nicht nur ein moralischer, sondern auch ein ökologischer Skandal. Schließlich werden die Produkte häufig mit hohem Wasser- und Energieverbrauch hergestellt, oft kommen Dünger, Pestizide und Kraftstoffe zum Einsatz“, sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH. Bis 2030 will Deutschland die Lebensmittelverschwendung um 50 Prozent reduzieren. Die DUH und foodsharing kritisieren, dass dieses Ziel nicht erreicht werden könne, wenn die Regierung ihre Strategie nicht drastisch ändert.

Tütenflut im Supermarkt

Zudem fordert die DUH die Einführung einer Abgabe von mindestens 22 Cent auf kleinformatige Einwegtüten. Denn noch immer werden in Deutschland Obst, Gemüse und andere Bedienware in kostenlosen Plastiktüten herausgegeben. Der Verbrauch der Taschen im Supermarkt ist 2017 sogar auf 3,2 Milliarden Stück gestiegen. Umgerechnet sind das 39 Stück pro Kopf. Mit der Kostenpflicht soll die Ressourcenverschwendung radikal reduziert und der Handel schneller dazu bewegt werden, attraktive Mehrwegnetze als Alternativen anzubieten.