Neben Gesundheit und Geschmack zählt auch die Ethik

Eine Studie zeigt, dass Verbrauchern die Herkunft der Lebensmittel immer wichtiger ist.

„Das Interesse an biologisch produziertem und regionalem Essen nimmt zu. Das hat nicht mehr nur gesundheitliche oder geschmackliche Gründe, sondern vermehrt auch ethische“, sagt Michael Schüller, Geschäftsführer des Hausgeräteherstellers ritterwerk. Das Unternehmen hat 1.044 Deutsche in einer Studie zu Craft Food, Bio- und regionalem Essen sowie Kaufverhalten in Deutschland befragt.

80 Prozent kaufen bei lokalen Händlern

Laut der Studie ist es jedem zweiten Konsumenten in Deutschland wichtig, woher seine Ware kommt. Isst man beispielsweise eine Ananas, eine Avocado oder eine andere exotische Frucht pro Woche, verschlechtert man seinen ökologischen Fußabdruck um etwa 1,5 Kilogramm mehr Kohlendioxid. Doch nicht nur der ökologische Fußabdruck ist für deutsche Konsumenten ein Grund regional und somit saisonal einzukaufen. Für fast 80 Prozent der Befragten steht die Unterstützung der heimischen Wirtschaft im Vordergrund. „Hier setzt ein Umdenken ein. In einer immer globalisierteren Welt mit kaum mehr nachvollziehbaren Warenströmen und Konzentrationsprozessen auf wenige Großhändler oder Versandplattformen, fragen sich Konsumenten zunehmend, wie sie durch ihr Einkaufsverhalten die lokale Wirtschaft vor Ort stärken können“, so Schüller.

„…die moralische Dimension des Ganzen“

„Verbraucher sehen beim Thema regionale Erzeugung und Bio-Lebensmittel ganz klar nicht nur eigene Vorteile in Sachen Geschmack oder Gesundheit. Vielmehr erkennen sie die moralische Dimension des Ganzen“, erklärt Schüller. Die Studie besagt, dass der Griff zur Bio-Ware nicht nur wegen des gestärkten Gesundheitsbewusstseins oder dem Schutz des Körpers vor Krankheiten zuzuschreiben ist. Für 70 Prozent der deutschen Konsumenten steht Bio auch für nachhaltige Landwirtschaft, 68 Prozent verstehen darunter artgerechte Tierhaltung und 52 Prozent verbinden Bio mit Umweltschutz.