Ökostrom-Umlage steigt auf 5,3 Cent

Die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien steigt ab Januar auf rund 5,3 Cent pro Kilowattstunde. Das teilten die Betreiber der Stromnetze am Montag offiziell mit.

Seit dem Atomausstieg investiert die Regierung große Fördersummen in den Ausbau erneuerbarer Energienquellen. Die Kosten der Subventionen legt die Regierung auf die Verbraucher um. Umso mehr die Energiewende an Fahrt aufnimmt, desto teurer wird´s: Im kommenden Jahr steigt die Umlage um 47 Prozent. Für eine vierköpfige Durchschnittsfamilie bedeutet das rund 200 Euro Mehrkosten im Jahr.

Der schon vor einigen Tagen bekannt gewordene Anstieg befeuerte die Diskussionen zwischen den Parteien, wie sich die Stromkosten für Verbraucher mildern lassen.

Wirrtschaftsminister gegen Umweltminister

Wirtschaftsminister Rösler (FDP) betonte: Der erneute Anstieg der Umlage, die die Menschen bezahlen müssen, ist ein Beleg dafür, dass die Förderung der Erneuerbaren aus dem Ruder läuft. Er plädierte dafür, sowohl die Stromsteuer als auch die Förderung von Ökostrom stark zu kürzen.

Umweltminister Altmaier (CDU) warnte vor Aktionismus und sprach sich gegen eine Senkung der Stromsteuer aus. Das helfe Geringverdienern kaum. Erneut verwies er auf seinen Plan, Bio- und Windenergie ab einer bestimmten Grenze nicht weiter zu fördern. Gegenüber der Bild am Sonntag erklärte der Umweltminister außerdem, die Energiewende sei nicht zum Nulltarif zu haben.

Akzeptanz der Energiewende gefährdet

Oppositionsparteien, die Verbände der Erneuerbaren-Energien-Branche und Umweltschützer wiesen auf einen weiteren preistreibenden Aspekt hin: Die Befreiung weiter Teile der Industrie von der EEG-Umlage. Derzeit sind mehr als 700 Unternehmen, die besonders viel Energie verbrauchen, von der Umlage befreit. Auch hierfür müssen die Verbraucher aufkommen, so die Opposition.

Joachim Reck, Geschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen, sagte zur Debatte: Viele Ausnahmen und Sonderregelungen verteuern das System für die privaten Haushalte, für Gewerbetreibende sowie für kleine und mittlere Unternehmen zusätzlich. Das geht zu Lasten der Akzeptanz der Energiewende. Das darf aber nicht sein, weil das Projekt ein Gemeinschaftswerk ist. Und das gehört auf sehr breite Schultern gestellt.