Wer Plastiktüten will, soll zahlen

Der Präsident des Umweltbundesamtes fordert: Wer Plastik will, soll zahlen. Damit will er die Verschmutzung der Ozeane eindämmen.

Bekleidungsgeschäfte, Drogerien und Kaufhäuser geben ihren Kunden die Waren gerne in Plastiktüten mit. Geht es nach dem Präsidenten des Umweltbundesamt (UBA), Jochen Flasbarth, sollen diese Plastiktüten bald nur noch gegen Gebühr erhältlich sein.

Dadurch will die Behörde einer gefährlichen, aber weitgehend unbekannten Umweltsünde Herr werden: Auf den Meeren treiben riesige Inseln aus weggeworfenem Plastikmüll.

Ein Müll-Zug zum Mond

Flachsbart verdeutlicht die Dimensionen gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa): „Um das in ein Bild zu packen: Das ist ein Güterzug vollgepackt mit Meeresmüll von hier zum Mond und halb zurück.“ Das gefährde nicht nur Tier- und Umwelt, sondern berge auch für Menschen ein unkalkulierbares Gesundheitsrisiko.

Durch die Strömung klein zerriebene Plastikteile gelangen über Meerestiere, die den Müll mit Plankton verwechseln, in die Nahrungskette – und schließlich auch in unseren Magen. Diese Problematik ist nach Flasbarth noch viel zu wenig erforscht.

Den Müll an der Wurzel packen

Derzeit berät eine internationale Expertenrunde auf der Marine-Litter-Conferenz (Meeresmüll-Konferenz) in Berlin über das Problem. Sie sucht geeignete Strategien zur Abfallvermeidung in den europäischen Meeresregionen. In erster Linie geht es darum, die Quellen des Abfalls zum Versiegen zu bringen. Eine Plastiktüten-Abgabe könnte hier Abhilfe leisten.

Grüne fordern Plastiksteuer

Schon lange fordert die Partei Bündnis 90/Die Grünen eine Steuer auf Plastiktüten in Höhe von 22 Cent pro Tüte. Sie soll helfen, Menschen zum Umdenken zu bewegen. Außerdem sollen die Steuereinnahmen verwendet werden, um die Erforschung biologisch abbaubarer Kunststoffe zu finanzieren.