Zucker für die Ozonschicht

Modifizierte Zuckermoleküle sollen FCKW-Gase binden und die Ozonschicht schützen.

Jedes Jahr am 16. September findet der internationale Tag zur Erhaltung der Ozonschicht statt. Die UNO hat ihn 1994 eingeführt – sieben Jahre, nachdem sich Regierungen weltweit darauf verständigt haben, auf ozonschädigende Chemikalien wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) zu verzichten. Zucker soll jetzt dabei helfen, FCKWs, die noch immer in die Atmosphäre gelangen, zu binden.

Umweltfreundliche Methode zur Freon-11-Bindung

Wissenschaftler aus Mainz und Aschaffenburg haben eine Methode entwickelt, um Freon 11 mithilfe von modifizierten zyklischen Zuckermolekülen zu binden und damit die Freisetzung des FCKWs in die Atmosphäre zu verhindern. Das Adsorptionsmittel kann unter kontrollierten Bedingungen vollständig regeneriert und das zurückgewonnene Material wiederverwendet werden. Die umweltfreundliche Methode leistet einen vielversprechenden Beitrag zum Schutz der Ozonschicht, aber auch des Klimas. Denn Freon 11 besitzt ein 4750-fach höheres Treibhauspotenzial als Kohlenstoffdioxid und trägt damit erheblich zur globalen Erderwärmung bei.

Ozonschicht erholt sich langsam

Dass Freon 11 noch immer in die Atmosphäre gelangt, ist maßgeblich auf illegale Nutzung oder das Recycling von alten Kühlgeräten zurückzuführen. Insgesamt sinkt die FCKW-Belastung in der Atmosphäre jedoch seit Jahren, 2010 wurde die Produktion der Stoffe weltweit verboten. Auch die Ozonschicht erholt sich langsam. Bis heute gilt das internationale Regime zum Schutz der Ozonschicht als eine der wenigen Erfolgsgeschichten globaler Umweltpolitik.