Frischer Wind macht Strom

Die EWG beteiligt sich am Windpark Hasselbach im Bielefelder Süden mit fünf Prozent. Drei Anlagen liefern Strom für rund 7800 Haushalte in der Region.

Drei Windräder stehen in Sennestadt, im Bielefelder Süden, und in Verl. Seit dem letzten Herbst speisen sie umweltfreundlichen Strom in das örtliche Stromnetz. Bis dahin war es ein langer Weg. Zahlreiche Windgutachten, Biologen, die sich mit der Tierwelt von den Amphibienwanderungen über Wildschweinvorkommen bis hin zu Vogelflug beschäftigten – die Vorplanungen, bis ein Standort überhaupt als geeignet ausgewiesen wird, dauern Jahre. Jan Adde de Groot, Projektleiter für Windkraftprojekte bei den Stadtwerken Bielefeld, kennt die Schwierigkeiten und Tücken: „Wir haben viel Gegenwind erlebt. Menschen von einem Projekt zu überzeugen, weil es einfach sinnvoll ist und die Bedenken wirklich nicht gerechtfertigt sind, genau das hat mir am meisten Freude bereitet. Interessanterweise kamen die wenigsten Kritiker direkt aus Sennestadt. Dort leben hauptsächlich sehr aufgeschlossene und interessierte Bürger, wenn es um erneuerbare Energien und die Energiewende geht. So habe ich das zumindest mit meinem Team erlebt.“

Tonnenweise Beton

Nach dem Spatenstich im Februar 2017 mussten erst einmal riesige Pumpen den Wasserstand verringern. Zu den Hochzeiten transportierten sie pro Fundament täglich 1000 Kubikmeter Wasser ab. Die Fundamente wurden dann in einem Rutsch gegossen. 1000 Kubikmeter Beton pro Fundament mussten die Lkw und Betonmischer herbeischaffen. „Zum Vergleich: Das Fundament eines Einfamilienhauses benötigt 20 Kubikmeter Beton“, erklärt Jan Adde de Groot. Danach folgten die Schwerlaster mit den einzelnen Turm­elementen, der Gondel mit Getriebe und Generator, der Nabe und zum Schluss mit den Rotorblättern. Während der gesamten Bauphase konnten interessierte Besucher zuschauen, die Baustelle außerhalb des Gefahrenbereichs besuchen und dem Projektleiter Fragen stellen. Zugleich hat er auf zig Bürgerversammlungen die Menschen informiert. „Mir ist es wichtig, die Menschen mit einzubeziehen und ihnen genau zu zeigen, was wir tun und welche Vorteile das auch für sie hat“, erklärt de Groot. „Diese Fläche, die wir nun als Windpark nutzen, bleibt als Fläche erhalten und kann als Naherholungsgebiet zum Spazie-rengehen oder Fahrradfahren weiterhin genutzt werden.“ Auf jeden Fall für die nächsten 25 Jahre – so lange läuft der Pachtvertrag für den Windpark. Wäre dieses Gebiet als Baufläche ausgewiesen worden, stünde hier inzwischen ein großes Neubaugebiet. „Das hat viele Kritiker und Fragende dann doch nachdenklich gestimmt“, so der Projektleiter.

EWG beteiligt sich

Die EWG gehört zu den Anteilseignern des Windparks Hasselbach. Gebaut haben ihn die Stadtwerke Bielefeld und die Stadtwerke Gütersloh. „Die Beteiligung ist für uns ein weiterer Baustein in Sachen erneuerbare Energien und ein wichtiger Schritt, die Energiewende vor Ort weiter voranzutreiben“, sagt Volker Nau, Geschäftsführer der EWG. Neben den etwa 21,9 Millionen Kilowattstunden umweltfreundlichem Strom, die der Windpark erzeugt, vermeidet er nämlich gleichzeitig rund 14 700 Tonnen des klimaschädlichen CO2. 

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Das Fundament für ein Windrad wird vorbereitet.

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Die LKW und Betonmischer mussten 1000 Kubikmeter Beton pro Fundament heranschaffen.

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Alle Teile liegen bereit für den Aufbau des Windparks.

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Ein Spezialkran hilft beim Errichten der Windkraftanlage.

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Beim Bau von Windkraftanlagen müssen beste Wetterbedingungen vorliegen, damit alles glatt läuft.

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Kurze Verschnaufpause bevor die Montage in luftiger Höhe weitergeht.

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Der riesige Kran hievt den Generator auf den Turm.

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Ein Techniker gibt per Funk genaue Anweisungen zum Einpassen der Teile.

Windkraft ist die vernünftigste Alternative unter den Erneuerbaren<, so Jan Adde de Groot, Projektleiter Windkraft./>

>Windkraft ist die vernünftigste Alternative unter den Erneuerbaren<, so Jan Adde de Groot, Projektleiter Windkraft.

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Grüne Energie: Die Anlage hat nach acht Monaten so viel Energie erzeugt, wie für ihre Herstellung benötigt wurde.