Gegenwind und Asyl – Kunst in Werther

Zum 7. Mal veranstaltete der Heimat- und Kunstverein den Skulpturenpfad in Werther, in dem Künstler aus der Region ihre Werke ausstellen konnten.

"Asyl"

Asyl von Friedrich Richter

Alle zwei Jahre veranstaltet der Heimat- und Kulturverein in Zusammenarbeit mit der Ateliergemeinschaft LAIF den Skulpturenpfad in Werther. Hier stellen Künstler aus den Kreisen Bielefeld, Gütersloh und Herford ihre Werke aus. „Inzwischen hat sich die Open-Air-Veranstaltung herumgesprochen. Das heißt, Künstler sprechen uns an, ob sie ausstellen dürfen“, erklärt Friedrich Richter von der LAIF. Natürlich braucht eine solche Veranstaltung Sponsoren: Es müssen Plakate und Flyer gedruckt werden, die Bewachung muss gesichert sein und jeweils eine Skulptur soll angekauft werden.

Die EWG unterstützt das Kunstereignis gerne. „Sowohl die Veranstaltung ist eine echte Bereicherung für Werther als auch die schönen Kunstwerke, die dann in der Stadt ihren endgültigen Platz finden“, so Volker Nau, Geschäftsführer der EWG zum Engagement des Unternehmens.

Wiederholungskünstler

"Gegenwind"

Gegenwind von dem diesjährigen Sieger Sergej Poweliza

Viele Künstler sind regelmäßig beim Skulpturenpfad vertreten. So auch der diesjährige Sieger, Sergej Poweliza, der zum sechsten Mal teilgenommen hat. „Ich habe mich gefragt, wie kann man Unsichtbares wie Wind und Luft darstellen“, erklärt er die Idee zu seinem Werk „Gegenwind“. „Als ich letztes Jahr in Brienz in der Schweiz war, hat mich die schöne Natur überwältigt. An einem Wasserfall stand eine Frau mit langen Haaren, die im Wind wehten“, erinnert er sich. „Das hatte so viel Energie, da wusste ich plötzlich, wie ich das bildhauerisch umsetzen kann.“ Zuerst entstanden kleinere Skulpturen. Die große Version hat der 52-Jährige extra für den Skulpturenpfad hergestellt.

Ein Stück Spenge in Werther

"König

König Helmut von Monika Meiners

„Gegenwind“ ist aus Eiche gefertigt, der untere Teil aus 600 Jahre altem Holz, das von der Restaurierung der Werburg in Spenge stammt. Der Kopf ist aus 200 Jahre jungem Frischholz, das bedeutet, dass der Baum noch nicht so lange gefällt ist. „Entscheidend war für mich auch der Standort, den ich mir schon ein paar Monate vorher ausgesucht hatte“, so Poweliza. Schon während der Ausstellung stand die 2,60 Meter hohe Figur auf ihrem jetzigen endgültigen Standort, auf einer Halbinsel im Garten des Hauses Werther.

„Für mich hat es eine besondere Bedeutung, dass sie im öffentlichen Raum steht. Ich wurde schon während der Ausstellung und auch jetzt noch oft darauf angesprochen“, freut sich der Künstler. „Und dass mit der Skulptur durch die alten Fachwerkbalken aus der Werburg ein Teil von Spenge nach Werther zieht, finde ich auch schön.“ Sergej Poweliza kam 1991 aus Nowosibirsk zuerst nach Bielefeld, dann ins gemütliche Spenge. „In Sibirien, in einer Zwei-Millionen-Stadt, fühlte ich mich wie eine Ameise. Hier fühle ich mich als Mensch, man kennt mich und ich kenne viele Leute.“

"Tischlein

Tischlein deck dich von Rita Niemann

Ein Sonderpreis für den Mitinitiator

Auch Mitbegründer Friedrich Richter war beim Pfad mit einer Skulptur vertreten. In diesem Jahr sogar besonders erfolgreich. Sein Werk „Asyl“ erhielt den Sonderpreis der Jury. Die Figurengruppe entstand vor einem Jahr.

„Dass das Thema jetzt so aktuell wird, habe ich natürlich nicht gewusst“, so der Werther Künstler. Schon im letzten Sommer ließen ihn die Bilder von Lampedusa nicht los. „Die Skulptur besteht aus zwei großen und einer kleinen Betonfigur, vielleicht ein Ehepaar mit Kind“, erklärt er. „Die Oberfläche grau, angeschlagen, für uns im ersten Moment abstrakt und fremd, aber stark (Beton) im Willen und in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. In Werther angekommen, ohne unsere Hilfe verloren.“

"Vanitas"

Vanitas von Astridt Konrad-Bock

Mehr Informationen

Mehr Informationen finden sie auf der Homepage des Heimat- und Kulturverein Werther e.V. – hier gibt es auch alle Fotos der Kunstwerke zu sehen.

Alles über Sergej Poweliza findet man auf seiner Homepage: www.poweliza.de/index.html