Risiko Elektrik: ein Sicherheitscheck

Im Haushalt passieren die meisten Unfälle. Häufige Ursache: die Elektrik. Ein Sicherheitscheck kann Risiken vermeiden.

Das eigene Zuhause fühlt sich an wie der sicherste Ort der Welt. Man kennt sich aus, ist mit allem vertraut. Doch das Gefühl täuscht: Nirgendwo passieren so viele Unfälle wie im Haushalt: Bundesweit sind es pro Jahr rund 2,8 Millionen. Eine der Hauptursachen – neben Stürzen, spitzen oder scharfen Gegenständen und Chemikalien – ist Feuer. Ein Drittel aller Wohnungsbrände werden durch Elektrizität ausgelöst, oft durch defekte Elektrogeräte. Ein Überblick, was Sie beim Umgang mit Haushaltsgeräten beachten sollten und wie Sie Unfällen oder Schäden vorbeugen.

Lebensretter an der Decke

Der wichtigste Tipp zu Beginn: Lassen Sie elektrische Geräte nur unter Aufsicht laufen. Dann können Sie im Notfall rasch reagieren. Also alle Geräte ausschalten, bevor Sie zu Bett oder aus dem Haus gehen. Falls doch etwas passiert und es qualmt, warnen Rauchmelder mit einem lauten Alarmton. Sie sind gesetzlich vorgeschrieben. Mit griffbereiten Feuerlöschern können Sie größere Brände verhindern.

Kids vor Strom schützen

Ein Stromschlag kann für Kinder tödlich sein! Erklären Sie ihnen, dass der Umgang mit Strom gefährlich ist. Sichern Sie Steckdosen und Steckerleisten mit Einsätzen oder lassen Sie Kinderschutzsteckdosen installieren. Positionieren Sie Elektrogeräte so hoch, dass sie für Kinder nicht greifbar sind – insbesondere im Bad.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Technik den neuesten Sicherheitsstandards entspricht, hilft ein E-Check: Ein Elektroinstallateur prüft Geräte, Leitungen und Sicherungen. Als Mieter sollten Sie sich vorher immer mit Ihrem Vermieter absprechen: Für sichere Leitungen und Sicherungen ist er verantwortlich. Prüfen Sie Elektrogeräte zudem regelmäßig: Benutzen Sie Geräte nicht bei Schäden an Gehäuse oder Isolierung, defekten Schaltern oder Wackelkontakten, sondern lassen Sie sie vom Fachhändler prüfen.

Elektrogeräte: Tipps für einen sicheren Umgang

  • Wattzahl beachten: Mehrfachsteckdosen sind für eine bestimmte Leistung – meist 3.500 Watt – ausgelegt, die auf der Steckerleiste angegeben ist. Diese Wattzahl sollten Sie nicht überschreiten, indem Sie zu viele verbrauchsintensive Geräte anschließen.
  • Stecker ziehen: Trennen Sie unbenutzte Elektrogeräte vom Netz. Für Geräte, die nicht ständig vom Strom getrennt werden können, verwenden Sie einen Netzstecker mit Kippschalter. Dasselbe gilt für den Stand-by-Modus von Geräten: besser ausschalten. Damit sorgen Sie einem Brand vor und sparen gleichzeitig noch Strom.
  • Hitzestaus vorbeugen: Manche Haushaltsgeräte laufen im Betriebszustand warm. Kann die Hitze nicht entweichen, kann es zu folgenschweren Schäden kommen. Stellen Sie Toaster deshalb nicht direkt unter Hängeschränke. Auch Wäschetrockner stehen besser so, dass die Wärme ungehindert entweichen kann.
  • Auf Prüfsiegel achten: Achten Sie beim Kauf von Elektrogeräten und Leuchten auf das GS-Zeichen. Es steht für „Geprüfte Sicherheit“ und zeichnet Hersteller aus, die sich freiwilligen Produkt- und Sicherheitstests durch staatliche Zertifizierungsstellen wie LGA, TÜV oder VDE unterziehen. Auf der Website www.vde.de finden Sie weitere Infos sowie eine Online-Suche für geprüfte Elektrogeräte.
  • Luft rauslassen: Nicht nur Bügeleisen oder Heizstrahler, auch Leuchten, Fernseher oder Monitore geben unter Umständen viel Wärme ab. Sorgen Sie deshalb dafür, dass sich keine brennbaren Gegenstände in der Nähe befinden. Stellen Sie die Geräte frei auf und achten Sie auf ausreichende ­Belüftung sowie freie Lüftungsschlitze.

Unfällen zu Hause vorbeugen

2,8 Mio. Unfälle passieren pro Jahr in deutschen Haushalten. So können Sie vorbeugen:

  • Stürze im Haushalt lassen sich häufig vermeiden, indem man feststehende Leitern nutzt, Räume gut ausleuchtet und Stolperfallen am Boden entfernt.
  • Stumpfe Messer und Scheren nicht unterschätzen: Sie können genauso gefährlich sein wie scharfe Gegenstände. Werkzeug regelmäßig prüfen und vorsichtig verwenden.
  • Reinigungs-, Wasch- und Putzmittel können Säuren, Laugen oder Tenside enthalten, die Haut, Schleimhaut und Augen reizen. Daher lüften und Handschuhe tragen.
  • Es klingt banal, aber: Die meisten Unfälle passieren in Eile und lassen sich durch eine ordentliche Planung verhindern.